

Sofía mag keinen CSD
Kurz vor ihrem 70. Geburtstag am 2. November sorgte Spaniens Königin Sofía mit vorab veröffentlichten Passagen aus ihrer Autobiografie, in denen sie ihrer Abneigung gegen CSDs oder Homo-Ehen Ausdruck verleiht, für großen Aufruhr. Nach heftiger Kritik ruderte das Königshaus ein wenig zurück.
Sofía von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg wurde am 2. November 1938 bei Athen geboren, am 14. Mai 1962 heiratete sie Prinz Juan Carlos von Spanien. Zwei Tage nach dem Tod des Diktators Francisco Franco am 23. November 1975 wurde Juan Carlos zum König ausgerufen.
Für die autorisierte Biografie „La Reina muy de cerca“ (Die Königin aus nächster Nähe) stand Sofía der Journalistin Pilar Urbano Rede und Antwort. So plädierte sie für Religionsunterricht in den Schulen, aber gegen eine Frauen-Quote in der Politik, Abtreibung und einen „würdigen Tod“ durch Euthanasie.
Zwiegespalten fiel ihr Urteil über gleichgeschlechtliche Lebensweisen aus. „Ich kann verstehen, akzeptieren und respektieren, dass es Menschen mit einer anderen sexuellen Orientierung gibt. Aber sollen sie darauf stolz sein? Sollen sie deshalb auf Wagen steigen und Umzüge abhalten?“, wird die Monarchin zitiert. „Wenn wir alle, die wir keine Gays sind, auf Kundgebungen durch die Straßen zögen, bräche der Verkehr zusammen.“
Und auch mit der Öffnung der bürgerlichen Ehe durch die sozialistische Regierung von Ministerpräsident Zapatero hat sie noch nicht so recht ihren Frieden schließen können. Sie habe nichts dagegen, dass Homosexuelle zusammenlebten oder heirateten, so berichtet Biografin Urbano. „Aber dies darf man nicht als Ehe bezeichnen.“ Für solche Lebensgemeinschaften gebe es andere Namen, wie etwa „Partnerschaftsvertrag“.
Frauen- und Homoverbände liefen Sturm gegen die vorab veröffentlichten Zitate, während sich die regierenden Sozialisten und opponierenden Konservativen in Schweigen hüllten.
Das Königshaus selbst hielt sich bedeckt. Die „in einem privaten Rahmen“ geäußerten Meinungen seien nicht korrekt wiedergegeben worden.
Stimmt nicht, kontert Autorin Pilar Urbano. „Die Zitate in meinem Buch geben genau das wieder, was die Königin gesagt hat“, der Palast habe die Biografie gegengelesen und grünes Licht für eine Veröffentlichung gegeben.
Schlimm genug, findet „El Mundo“, die Äußerungen deuteten auf ein antiquiertes Weltbild hin, tadelte dagegen die angesehene Zeitung die Monarchin. „Die Äußerungen waren nicht angebracht.“
Von Torsten Bless


















