

Kannibalen-Tanz!
"Pleased to meet you, pleased to have you on my plate, your meat is sweet to me ..." Die in der neuen Single "Corporate Cannibal" und dem dazu gehörigen, leicht verstörenden Video ausgesprochene Einladung zum Aufgegessenwerden ist vielleicht nicht unbedingt das Lebenszeichen, das man sich nach beinahe 20 Jahren Sendepause von Grace Jones erhofft hätte. Auf den zweiten Blick passt es dennoch perfekt zu einer Diva, die nie die Kontrolle aus der Hand gab und gerne auf sämtliche Konventionen pfiff.
Das Gesamtkunstwerk Grace Jones hat einen weiten Weg zurückgelegt. In den frühen Siebzigern posierte die gebürtige Jamaikanerin als Top-Model für die Cover von "Vogue" und "Elle". Dann fand sie ihre Stimme und modellierte dazu mithilfe des Fotografen Jean-Paul Goude ihren ganz persönlichen Look. Mit dem ersten Album und der an Donna Summer erinnernden Hit-Single "I Need A Man" wurde sie 1977 zum Liebling der Schwulen-Discos und danach Stammgast im New Yorker Studio 54. Doch vor allem die Anfang der 80er Jahre erschienenen Alben (und die Zusammenarbeit mir den Landsmännern Sly & Robbie) definierten ihren unterkühlten Stil. Hits wie "I've seen that Face before" oder "Pull up to the Bumper" waren ihrer Zeit weit voraus. Und nur Ms. Jones durfte es sich leisten, mit "Slave to the Rhythm" (1985) eine Platte mit Variationen ein und desselben Songs zu füllen.





















