

Benedikts Bescherung
Er hat es wieder getan: In seiner Jahresend-Rede vor den Mitarbeitern der Kurie im Vatikan ging Papst Benedikt XVI. zwar indirekt, aber deutlich gegen homosexuelle Verbindungen und auch gegen Transgender an. Aus Deutschland hagelt es dazu nicht nur Kritik von Volker Beck und dem LSVD, auch Theologin Uta Ranke-Heinemann zieht gegen den Pontifex zu Felde.
Würde zweiter Klasse?
Ein historischer Moment: Auf Antrag von Frankreich und der EU beschäftigte sich die UN-Vollversammlung mit den Menschenrechten von Schwulen, Lesben und Transgendern. Immerhin 66 Staaten wollen Straf- und Diskriminierungsfreiheit – ausgenommen die USA, Russland, China, Südafrika und der Vatikan.
Wieder Anschlag auf Mahnmal
Unseliges Déja-Vu: In der Nacht zum 16. Dezember wurde das Mahnmal für die in der Nazi-Diktatur ermordeten Schwulen und Lesben im Berliner Tiergarten zum zweiten Mal in fünf Monaten zum Ziel eines Anschlags. Wie schon am 16. August wurde das Sichtfenster zum Film eingeschlagen, der zwei küssende Männer zeigt.
Ungleiche Beamte
Gerade noch hatten SPD und Homo-Verbände den Kompromiss im Erbschaftssteuerrecht bejubelt, der hinterbliebene Lebenspartner weitgehend mit Hetero-Witwern und -Witwen gleichstellt, da gibt es einen Rückschlag: Schwiule und lesbische Bundesbeamte werden weiter diskriminiert.
Erben leicht gemacht?
Nach langem Tauziehen hat sich die Große Koalition auf einen Kompromiss bei der anstehenden Reform des Erbschaftssteuerrechts geeinigt. Selbstgenutztes Wohneigentum soll auch für Homo-Ehen steuerfrei bleiben. Bei den Freibeträgen herrscht künftig ebenso Gleichstellung. An anderer Stelle bleibt die Diskriminierung, monieren LSVD und Grüne.
No we can't
Eine historische Entscheidung: Mit dem Demokraten Barack Obama haben die US-Wähler den ersten afroamerikanischen Präsidenten ins Weiße Haus gewählt – zur überschwänglichen Freude nicht nur der Bürgerrechts-Aktivisten. Nicht gar so großer Jubel herrscht allerdings bei Schwulen und Lesben, ihre Rechte wurden durch Volksabstimmungen eingeschränkt.
Sofía mag keinen CSD
Kurz vor ihrem 70. Geburtstag am 2. November sorgte Spaniens Königin Sofía mit vorab veröffentlichten Passagen aus ihrer Autobiografie, in denen sie ihrer Abneigung gegen CSDs oder Homo-Ehen Ausdruck verleiht, für großen Aufruhr. Nach heftiger Kritik ruderte das Königshaus ein wenig zurück.
Offene Geheimnisse
Mit großem Pomp und unter Anwesenheit der gesamten österreichischen Staatsspitze nahm Kärnten am 18. Oktober Abschied von seinem Landeshauptmann Jörg Haider. Der Rechtspopulist war mit 1,8 Promille im Blut bei einem Autounfall ums Leben gekommen - nach dem Besuch einer Schwulenbar. Ein Kommentar von Claus Eschemann.
Hochzeit in Connecticut
Knapp drei Wochen vor den US-Präsidentschaftswahlen fällt ein weiterer Domino-Stein: Nach den Kollegen in Massachusetts und Kalifornien erklärten nun auch die Obersten Richter in Connecticut das Eheverbot für schwule und lesbische Paare für nicht mit der Verfassung des Bundesstaats vereinbar. Damit stehen die Standesämter weit offen.
Noch ein Tor!
Für ihr Engagement gegen Homophobie im Fußball wurden DFB-Chef Theo Zwanziger, Nationalspieler Philipp Lahm und Tanja Walther, Sportwissenschaftlerin Ex-Spielerin von "Turbine Potsdam", in der Düsseldorfer LTU-Arena mit dem "Tolerantia"-Preis ausgezeichnet.
Frankreich-USA 1:0
Schon lange galt die Aufspürung des AIDS-auslösenden HI-Virus als nobelpreiswürdig, doch erst jetzt, nach einem Vierteljahrhundert, wurden die Franzosen Luc Montagnier und Françoise Barre-Sinoussi mit der Medizin-Trophäe geehrt.

















